Ederwirtbrücke in Kärnten

Hub von 2 x 25 Tonnen Bogenbrücke nach dem Cruciani-System

Was ist die effizienteste Lösung für eine Tal- oder Flußquerung bei problematischen topographischen aber auch geologischen Verhältnissen? Trotz der rasanten Entwicklung im Brückenbau gilt auch heute noch die Antwort: eine massive Bogenbrücke. Eine Bauweise, die sich schon seit der Antike beeindruckend bewährt. Seit den 50er-Jahren spricht ein neues, technisch und wirtschaftlich überzeugendes Argument für die Bogenbrücke: das System Cruciani - ein effizientes freitragendes Lehrgerüst für Stahlbeton - Bogenbrücken. Über 50 Bogenbrücken mit Spannweiten bis zu 200 m wurden damit allein in Österreich realisiert. Der entscheidende Vorteil: das Gerüst braucht keine zusätzlichen Fundamente. Es ist als eingespannter Bogen an den Kämpfern der Brücke aufgelagert. Das bedeutet, aufwendige Fundierungen im Talboden für Rüsttürme sowie der Aufbau solcher Türme entfallen. Dies schont die Landschaft und ist nicht nur bei extremen Geländeverhältnissen eine massive Erleichterung für den Brückenbau. Die reichen Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte haben das Cruciani - System optimiert. Der Aufbau des Lehrgerüstes erfolgt mit minimiertem Aufwand. Das Gerüst selbst kann, wegen der Verbundwirkung mit dem in Herstellung befindlichen Stahlbetonbogen, sehr wirtschaftlich dimensioniert werden: für eine Brücke mit 200 m Spannweite nur noch für das Eigengewicht und ca. 20% des Bogengewichtes!In diesem Herstellungsverfahren entsteht zur Zeit die Ederwirtbrücke am Plöckenpaß (Kärnten). Dieses Lehrgerüst besteht aus Stahl- und Holzsystemteilen sowie gewöhnlichen Gerüstbrettern, aus denen direkt auf der Baustelle gekrümmte Fachwerkbinder gefertigt werden (je nach statischem Erfordernis ein- oder mehrstöckig). Die Binder werden, auf jeder Talseite je ein Halbbogen, vorerst vertikal aufgebaut. Die fertigen Halbbögen müssen dann eingeklappt und im Bereich des Scheitels verbunden werden. Nach dem Verbinden der beiden Bogenhälften kann begonnen werden, die Schalhaut für den Stahlbetonbogen direkt auf das Lehrgerüst zu montieren. Ausgleichsarbeiten am Bogen sind kaum notwendig, da die Genauigkeit der vorgefertigten Bogenhälften sehr hoch ist. Das Gerüst kann nach Fertigstellen des Bogens in beliebig große Teilstücke demontiert und zerlegt werden, oder bei Brücken mit parallel verlaufenden Bögen querverschoben und ein weiteres Mal verwendet werden.

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LandÖsterreich
StadtPlöckenpass
Jahr der Ausführung1998
HauptunternehmerGK-Construction