Gleitschalung

Schon seit langem gilt das Gleitbauverfahren als erprobte Methode und erste Wahl für die Errichtung von Türmen und hochwandigen Behälterbauten aus Stahlbeton mit stark vertikaler Orientierung.

Beim Gleiten konstanter, also in der Höhe unveränderlicher Querschnitte wird die Schalung mit allen Arbeitsbühnen auf Hydraulikhebern an Kletterstangen hochgefahren. Das Wirkprinzip des Gleitbauverfahrens besteht in einem quasi kontinuierlichen lotrechten Hebevorgang der Schalungskonstruktion - und das bei zeitgleicher Durchführung der üblichen Arbeitsschritte: Schalen, Bewehren, Betonieren und Nachbehandeln.

Mehrere Meter pro Tag wächst die Schalung mit dem Baukörper nach oben. Die Arbeiten werden in aller Regel im 24-Stunden-Betrieb durchgeführt – das Gleiten nur bei Tage ist jedoch genauso möglich.

Der Hubvorgang erfolgt in diskreten Schritten von 20 bis 25 Millimetern in einem festgelegten Zeitintervall. Die Gleitgeschwindigkeit beträgt üblicherweise zwischen 3 bis 5 Metern innerhalb von 24 Stunden. Bei geringeren Abmessungen der Bauteile sind jedoch in der Praxis Gleitgeschwindigkeiten bis zu 10 Metern innerhalb von 24 Stunden zu erreichen. Die Gleitschalungstechnik steht somit für Schnelligkeit im Bauablauf, sparsamen Einsatz von Ressourcen und größtmögliche Arbeitssicherheit.